Kiosk, Trinkhalle oder Büdchen an der Ecke, diese Einkaufmöglichkeiten gehörten jahrzehntelang zur Einzelhandelsszene in Deutschland, besonders, wenn auch nicht ausschließlich, sind und waren Kioske im Ruhrgebiet anzutreffen. Nicht zuletzt durch die Erweiterung des Einkaufsangebotes vieler Tankstellen gab es eine Phase, in der viele kleine Kioskbetriebe nicht mehr rentabel waren und schließen mussten.
Seit einigen Jahren erfolgt jedoch eine Rückbesinnung auf diese Form der Selbstständigkeit im Einzelhandel. Neben größeren Unternehmensketten, die Kioskbetreibern Franchisevarianten der selbstständigen Tätigkeit anbieten, gibt es auch viele Neugründungen einzelner, privater Kioskbetreiber. Ein durchaus erfolgsversprechendes Geschäftsmodell, dessen Erfolg von einem guten Standort, einem fundierten Geschäftskonzept und viel persönlichem Engagement abhängt.

Wichtige Genehmigungen für Kiosk-Besitzer

Der Behördenjungel ist für viele Gründer verständlicherweise eine Motivationsbremse. Um diesen Schritt auf dem Weg zum eigenen Kiosk so kurz und schmerzlos wie möglich zu machen, sind hier alle wichtigen Genehmigungen für die Eröffnung eines Kiosks aufgelistet:

Checkliste

Checkliste Gewerbeschein

Ein Gewerbeschein wird beim jeweiligen Gewerbeamt im zuständigen Rathaus oder bei den Bürgerdiensten beantragt und verlangt folgende Voraussetzungen:

Dokumente
Personalausweis (ggf. Aufenthaltsgenehmigung)
Angaben über die Art des geplanten Gewerbes
Erklärung ob haupt- oder nebenberuflich selbstständige Tätigkeit geplant ist
Entrichtung der Verwaltungsgebühr (regional unterschiedlich zwischen 20 und 40 €)

 

Als Genehmigung zur Eröffnung eines Kiosks reicht in der Regel ein Gewerbeschein, der auf Antrag vom zuständigen Gewerbeamt der Stadt, ausgestellt wird.
Mit der Erteilung des Gewerbescheins wird zeitgleich eine Steuernummer für den zukünftigen Betrieb festgelegt, dessen bevorstehende Gründung damit zeitgleich dem Finanzamt gemeldet wird.
Da in einem Kiosk zumeist auch unverpackte Lebensmittel (Süßwaren) verkauft werden, ist auch der Nachweis eines Gesundheitszeugnisses vorgeschrieben.

Checkliste Konzession (Gaststättenerlaubnis)

Während der Gewerbeschein zwischen 20 und 40 € kostet,  kann bei einer Konzession (abhängig von der Region) auch schon mal das Zehnfache an Kosten anfallen. Sollen im Kiosk aber selbst zubereitete Lebensmittel wie Frikadellen oder belegte Brötchen verkauft werden, oder werden Getränke zum dortigen Verzehr angeboten, reicht ein Gewerbeschein nicht mehr aus. In diesem Fall müssten Sie eine Konzession beantragen, da der Betrieb dann unter das Gaststättengesetz fällt, mit entsprechenden Auflagen verbunden ist und besondere Genehmigungen erfordert.

Dokument Wo erhalte ich das Dokument?
Personalausweis Örtliche Meldebehörde
Aktuelles polizeiliches Führungszeugnis Örtliche Meldebehörde
Auskunftserteilung aus dem Gewerbezentralregister Bundesamt für Justiz
Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt
Gewerbeversicherung (hier unverbindlich anfragen) Private Versicherungsunternehmen
Pacht- oder Mietvertrag für die Räumlichkeiten Vermieter
Betrieb bei der Berufsgenossenschaft anmelden (Unfallversicherung) Berufsgenossenschaft
Gesundheitszeugnis für Betreiber und Angestellte Gesundheitsamt
Nachweise über die Teilnahme an gesetzlich vorgeschrieben Schulungen über Gesundheit und Hygiene Gesundheitsamt & Industrie- und Handelskammer
Ausschankgenehmigung Bezirksamt

Wie Sie an die einzelnen Dokumente und Unterlagen gelangen, haben wir hier in einem PDF kostenfrei zusammengestellt. Damit das PDF zur Verfügung gestellt werden kann, bitten wir Sie Ihre Email anzugeben (Falls Sie nachfolgend kein Formular sehen, klicken Sie HIER):

(Eine Email mit dem PDF wurde erfolgreich an verschickt, sobald diese Seite neugeladen wird)

Soll sofort eine Konzession beantragt werden, sind mehr Zeit und mehr Geld einzuplanen. Es erfolgen zunächst kostenpflichtige, verbindliche Teilnahmen an Kursen der Industrie und Handelskammer sowie beim Gesundheitsamt. Hier wird der Antragsteller über Lebensmittelrecht, Hygiene, Jugendschutzgesetz und weitere relevante Bereiche unterrichtet. Auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen Finazamts ist zur Konzession nötig, sie bescheinigt dass der Antragsteller keine Steuerschulden hat. Oft werden Pachtverträge für die Räumlichkeiten verlangt, ein Geschäftsplan und eventuell Nachweise über die berufliche Eignung des Antragstellers.

Details

Weiteres zur Eröffnung eines Kiosks

Gerade bei der Eröffnung eines neuen Kiosks reicht zunächst der ganz normale Gewerbeschein. Sollten Sie das Sortiment später in eine Richtung erweitern wollen, die umfangreichere Genehmigungen erfordert, ist das ergänzend immer noch möglich. Wichtiger ist zunächst ein idealer Standort und ein passendes Sortiment. Gute Standorte für einen Kiosk sind in Bahnhofsnähe, in Einkaufspassagen, in der Nähe von Bus und Bahnhaltestellen oder auch in Schulnähe. Auch Wohngebiete ohne das Angebot mehrerer Supermärkte oder Tankstellen in der Nähe sind ideal. Zum Sortiment gehören in der Regel Süßwaren, Zeitungen und Zeitschriften, Tabakwaren und Getränke. Gerade bei einem Kiosk haben Sie die Möglichkeit im Rahmen des Kundenservices individuell auf spezielle Kundenwünsche einzugehen. Das kann das Bereitstellen spezieller Zeitungen die nicht überall erhältlich sind ebenso sein wie ausgefallene Tabaksorten oder auch Prepaid-Karten für Handys, Fahrscheine für den öffentlichen Nahverkehr oder Kaffee to go.

Versicherungen für Gewerbetreibende

Es gibt nicht die eine Gewerbeversicherung. Für Selbstständige gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Versicherungen, wie z.B. Private Krankenversicherung, Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Rechtsschutz, etc. Welche davon für Ihr Geschäft tatsächlich relevant sind, erklärt ein erfahrener Versicherungexperte. Stellen Sie eine kostenlose unverbindliche Anfrage und erhalten Sie diesbezüglich eine persönliche Beratung: