Wer sich mit dem Gedanken trÀgt, eine eigene Eisdiele zu eröffnen, hat bereits im Vorfeld viele Genehmigungen einzuholen und Vorschriften zu beachten. Viele der Vorschriften werden aber auch den laufenden Betrieb begleiten.

Genehmigungen & Voraussetzungen fĂŒr Eisdieleninhaber

Damit der Weg zum Ziel im Dschungel der Informationen nicht zu einem Slalomlauf ausartet, bietet der folgende Artikel einen Wegweiser bezĂŒglich der wichtigsten Faktoren.

Checkliste

Checkliste Eisdiele

  • Businessplan: Finanzierungsplan & LiquiditĂ€tsplanung sowie Marketingstrategie, Zielgruppenanalyse & Standortanalyse
  • Gewerbeschein beim Gewerbeamt
  • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Finanzamt
  • Gewerbeversicherung (siehe unten)
  • GaststĂ€ttenerlaubnis beantragen
  • Gesundheitszeugnis beim Gesundheitsamt
  • Hygieneschein erwerben
  • Hygienevorschriften kennen
  • Sachkundenachweis erwerben
  • Bauliche VerĂ€nderungen anmelden und abnehmen lassen (Vorschriften)
  • LieferantenvertrĂ€ge unterzeichnen
  • Anmeldung Energieversorger
  • Steuernummer beantragen
  • Steuerberater kontaktieren und einbinden

Versicherungen fĂŒr Gewerbetreibende

Es gibt nicht die eine Gewerbeversicherung. FĂŒr SelbststĂ€ndige gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Versicherungen, wie z.B. Private Krankenversicherung, Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Rechtsschutz, etc. Welche davon fĂŒr Ihr GeschĂ€ft tatsĂ€chlich relevant sind, erklĂ€rt ein erfahrener Versicherungexperte. Stellen Sie eine kostenlose unverbindliche Anfrage und erhalten Sie diesbezĂŒglich eine persönliche Beratung:

Details

Wichtige Genehmigungen fĂŒr Eisdiehlenbetreiber im Detail

  • Ein Businessplan mit Finanzierungsplan, Standort-, Marketing- und Zielgruppenanalyse sowie einem Sachkundenachweis wird in erster Linie fĂŒr die FinanzierungsgesprĂ€che mit der Bank und anderen Kapitalgebern benötigt. Aus dem Businessplan mĂŒssen alle relevanten Fakten bezĂŒglich der eigenen finanziellen Möglichkeiten (Eigenkapital) und die Höhe der benötigten Kreditsumme (Kapitalbedarf, Kapitalerwartung) ersichtlich sein.
    Die Standortanalyse gibt Aufschluss ĂŒber die Konkurrenzsituation, das Einzugsgebiet, die Anbindung usw. Wie gestaltet sich die Marketingstrategie? Welche Kosten sind fĂŒr ein zielgerichtetes Marketing zu erwarten? Welche Medien werden genutzt? Fragen, die detailliert im Vorfeld erörtert werden mĂŒssen und Bestandteil des Businessplanes sind. Mit der Zielgruppenanalyse lĂ€sst sich sehr gut definieren, welche Klientel erwartet werden kann. Beispiel: Im Univiertel sind es wohl eher die jungen Studenten, in einem gemischten Wohnumfeld die Familien mit Kindern und im zentralen innerstĂ€dtischen Bereich die Laufkundschaft aller Altersgruppen. Das Preissegment ist u. a. der Zielgruppe anzupassen.
    In der Risikoanalyse steht, mit welchen Risiken (finanzielle EngpÀsse, Krankheit, Unfall usw.) evtl. zu rechnen ist. Besonders sensible Bereiche der Finanzplanung gehören ebenfalls dazu. Die LiquiditÀtsplanung ergibt sich aus den einzelnen Teilbereichen des gesamten Businessplans. Erforderlich ist diese Planung deswegen, weil nicht immer Auszahlungen von ausreichenden Einzahlungen gedeckt sein werden.
  • Der zwingend erforderliche Sachkundenachweis und Hygieneschein bezĂŒglich der Hygienevorschriften sind am besten direkt zu erwerben. Dies gilt auch fĂŒr das Gesundheitszeugnis.
  • Die Hygienevorschriften umfassen:
    – ein separater Raum (kein Durchgangsraum) fĂŒr das Eislabor (die Zubereitung)
    – geflieste Böden
    – GerĂ€te und GefĂ€ĂŸe aus Edelstahl
    – Implementierung eines eigenen innerbetrieblichen Kontrollsystems bzgl. Wareneingang, Transport, Lagerbedingungen und Herstellungsmethoden
  • Bauliche Änderungen mĂŒssen unbedingt beim Bauordnungsamt angemeldet werden. Sie sind zustimmungspflichtig und mĂŒssen nach Fertigstellung abgenommen werden. Der SanitĂ€rbereich mit Handwaschbecken ist fĂŒr mitarbeitende MĂ€nner und Frauen und in gleicher Weise, wenn SitzplĂ€tze vorhanden sind, auch fĂŒr GĂ€ste vorgeschrieben.
    Dem Personal steht ein Aufenthaltsraum zu.
  • Bei der Unterzeichnung des Mietvertrages sollte darauf geachtet werden, dass keine Mindestmietdauer vereinbart werden muss. Optimal ist eine Klausel fĂŒr eine kurzfristige Beendigung des MietverhĂ€ltnisses, falls die ExistenzgrĂŒndung im Laufe der Zeit scheitert.
    Beim zustĂ€ndigen Finanzamt wird die Steuernummer beantragt. Meistens ĂŒbernimmt dies der Steuerberater, der sowieso vom ersten Gedanken an in die Planung mit einbezogen wird. Auch ein Unternehmensberater, am besten spezialisiert auf die Gastronomie, ist ebenso von Anfang an einzubinden. Beide Berater stehen mit Rat und Tat und guten Connections ExistenzgrĂŒndern zur VerfĂŒgung. Die Kosten sind ĂŒbrigens steuerlich absetzbar.
  • Eine GaststĂ€ttenerlaubnis wird nur dann benötigt, wenn zum Beispiel Alkohol ausgeschenkt werden soll. Zum Beispiel Likör zum Kaffee, ein GlĂ€schen Sekt usw. Erteilt wird diese beim zustĂ€ndigen Ordnungs- oder Gewerbeamt.
    Die Wahl der zukĂŒnftigen Rechtsform erfolgt zusammen mit der Anmeldung beim Gewerbeamt. Achtung: Bei der Wahl „Einzelunternehmen“ wird auch mit dem gesamten Privatvermögen gehaftet.
  • Die Anmeldung beim Energieversorger erfolgt unter Vorlage der Gewerbeanmeldung. Dies deshalb, weil Gewerbetreibende auch Gewerbestrom beziehen.
  • Anhand vorangegangener Recherchen bezĂŒglich QualitĂ€t, Preisgestaltung und Lieferbedingungen sind entsprechende LieferantenvertrĂ€ge zu unterzeichnen.